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Joachim und Christian Heß

 
1958 wurde Joachim 1966 Christian Heß in Heidelberg geboren. Nach der Schulzeit, lernte Christian im Restaurant Waldschlöß'l in Lampertheim und Joachim im Hotel "Pfälzer Hof" in Schönau Koch. Beide Häuser waren mit einem Stern ausgezeichnet. Joachims Entschluss Koch zu werden wurde maßgeblich von unserem Großonkel Wilhelm beeinflusst. Dieser war nach seiner Küchenmeisterprüfung zwischen den beiden Weltkriegen nach Amerika ausgewandert und wurde, nachdem er die Küche des Restaurant Bull and Bear im Waldorf Astoria ( New York ) geleitet hatte, dort dann Küchendirektor.

Da es früher in Amerika sehr wenig Urlaub gab, kam Onkel Wilhelm 1970 erstmals als Rentner wieder in seine Heimat. Eines Mittags sagte er zu Joachim " komm lass uns was zu Essen machen" und begann auf unserem alten Kohleherd aus einfachen Zutaten ein "Bauernfrühstück" zuzubereiten.
 
Es beeindruckte Joachim damals so sehr, wie er aus diesen Produkten ein so wohlschmeckendes Gericht bereitete, dass Joachim spontan äusserte "Koch könnte ich auch mal werden". Diese Äusserung veranlassten unsere Eltern sogleich, nach einer gewissen Bedenkzeit, Joachim im oben genannten befreundeten Hotel als Kochauszubildender anzumelden. Aber auch während der Ausbildung durfte wir schon "große weite Welt" schnuppern. So beeindruckten Joachim die Exkursionen, die er mit den etwa gleichaltrigen Söhnen des Hotelbesitzers, Herrn Hagmaier, unternehmen konnte immens. Welcher Auszubildende hatte damals schon die Möglichkeit während seiner Ausbildung mehrmals in München im "Tantris" oder in der "Aubergine" von Eckard Witzigman zu speisen oder mit seinen Eltern in die damals besten Häuser wie "Erbprinz" und "Auberge d'Ill" zu gehen ?

 

Auch Christian hatte schon als Junge sehr viel Spaß am Kochen. So wollte er schon früh in der Küche helfen und wurde auf die Exursionen mitgenommen. Von 1983 bis 86 absolvierte seine Lehre im Restaurant Waldschlöß'l Lampertheim. Christian stieg gleich nach der Ausbildung im Goldenen Pflug mit ein und ergänzt den Betrieb vortrefflich.

Nach Joachims Bundeswehrzeit war 1979 eine reifliche Überlegung von Nöten. Die Tante, die damals den "Goldenen Pflug " von unserer Mutter gepachtet hatte (unser Vater ist Steuerberater), wollte aus Altersgründen den Betrieb nicht mehr weiterführen. Nun stand zur Debatte, den Betrieb fremd weiter zu verpachten oder aber ein früher Einstieg von Joachim. So fasste er also den Entschluss schon mit 21 Jahren den Betrieb zu übernehmen. Anfänglich war es selbstverständlich neben seinen "Ideen" zweigleisig zu fahren und ebenfalls Schnitzel, Rumpsteak oder Wurstsalat anzubieten. Aber schon damals kamen immer mehr Feinschmecker in den "Goldenen Pflug" und bestärkten Joachim, auf dem richtigen Weg zu sein und diese Küche weiter zu entwickeln.

Und dieser Entschluss sollte uns Recht geben. Ende November 1984 kam ein Telegramm einer Firma die damit zum Stern im Guide Michelin gratulierte. Seither konnte wir den Stern bis 2001 halten. Selbstverständlich kämpfen wir "unseren" Stern wieder zu erobern. Es war und ist für uns immer Ansporn, unsere besten Leistungen zu erbringen und stets neue Ideen zu verwirklichen. In dieser Zeit absolvierte Joachim seine Küchenmeisterprüfung und Restaurant-meisterprüfung. Christian absolvierte ebenfalls seine Küchen-meisterprüfung.

Da zwei Küchenmeister in der Küche zuviel wären, hatte Christian sein Liebe zum Wein als Berufung entdeckt und leitete, neben der hervorragenden Weinberatung, versiert den Service. Christians Vorliebe zu Überseeweinen spiegelt sich in seinem eigenen Weingeschäft
"Christians Weinwelt" wider, welches im Goldenen Pflug untergebracht ist.

Es ist uns sehr wichtig eine gewisse Selbstkritik zu haben und diese nicht zu verlieren um nicht auf dem Erreichten "auszuruhen" sondern, neben den "Klassikern" ständig neue Gerichte zu entwickeln und dadurch neue und was uns sehr freut viele junge Gäste zu gewinnen. Nicht desto trotz lebt der "Goldene Pflug" von seinem großen Stammgästekreis.

Neue Ideen und Eindrücke gewinnen wir bei Weinproben (was für Gerichte koche ich zu den Weinen...), bei unseren kulinarischen Exkursionen und nicht zuletzt auf unseren Reisen, die uns neben den klassischen Kurzreisen ( Frankreich, Schweiz, Italien ..) auch in die Ferne ziehen. Hier bevorzuge ich den asiatischen Raum mit seiner vielfältigen aromareichen Küche und mache hier und da einen kleinen Kochkurs. Christian zieht es mehr in die USA mit ihrer, von vielen Einflüssen geprägten Küche und gewinnt ebenfalls durch seine Weinreisen viele neue Ideen. Gerne setzen wir unsere neuen Eindrücke in Form von Extraveranstaltungen wie Weinproben oder Menüs aus den Ländern um.